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Villa15.de · Reisejournal Gran Canaria

Wie ruhig ist das Salobre Golf Resort wirklich?

Die Frage klingt einfach. Tatsächlich gehört sie zu den schwierigeren Fragen über das Salobre Golf Resort. Denn die Antwort hängt davon ab, wann man hier ist, wo die Villa liegt und welchen Maßstab man anlegt.

Man könnte einen Morgen herausgreifen, an dem gegen 6.30 Uhr irgendwo auf dem Golfplatz der erste Greenkeeper mit seinem Mäher unterwegs ist. Wer unmittelbar am Platz wohnt, kann ihn aus einiger Entfernung hören. Man könnte den Lieferwagen nehmen, der morgens Lebensmittel zum Hotel bringt. Oder eine Baustelle, auf der werktags gegen 8 Uhr die Arbeit beginnt und bis zum Nachmittag gearbeitet wird.

All das gibt es.

Trotzdem verzerrt es den Charakter von Salobre, diese einzelnen Momente zum Maßstab zu machen. Es gibt keinen Durchgangsverkehr, keine Einkaufsstraße, keine Promenade und keine Diskotheken. Die meisten Fahrzeuge gehören Gästen, Eigentümern, Mitarbeitern oder Dienstleistern. Besonders am Abend und in der Nacht merkt man, wie wenig von außen in dieses Tal hineinwirkt.

Spaziergang durch das Salobre Golf Resort im Süden von Gran Canaria

Interessanter ist deshalb die Frage, wie sich Salobre im Laufe eines Jahres verändert. Denn mit den Jahreszeiten wechseln Wetter, Belegung und Publikum – und damit auch die Atmosphäre im Resort.

Dezember bis Mitte Februar – die klassische Wintersaison

Für viele Gäste aus Mittel- und Nordeuropa sind Dezember, Januar und die erste Februarhälfte die attraktivsten Monate. Nach meiner Erfahrung gehören sie auch zu den beständigsten Wetterphasen des Jahres.

Häufig gibt es klare Luft, viel Sonne und Temperaturen, bei denen Golf besonders angenehm ist. Eine Wettergarantie gibt es natürlich auch auf Gran Canaria nicht. Über viele Jahre betrachtet zeigt sich jedoch ein Rhythmus, den Stammgäste kennen.

Im Winter ist Salobre gut belegt. Die Golfplätze werden intensiv genutzt, viele Villen sind vermietet und auch das Hotel hat Saison.

Bemerkenswert ist, wie wenig man davon außerhalb der zentralen Bereiche mitbekommt. Gelegentlich trägt der Wind ein lockeres „Fore!“ vom Golfplatz herüber. Ansonsten kann das Villenresort nahezu vollständig belegt sein, ohne dass man davon in vielen Bereichen besonders viel bemerkt.

Ab Mitte Februar – die erste Übergangszeit

Ab Mitte Februar wird das Wetter weniger berechenbar. Es können weiterhin ausgezeichnete Wochen folgen, gleichzeitig treten häufiger wechselnde Wetterlagen mit Wolken, Wind oder einzelnen kühleren Tagen auf.

Auch im Resort nimmt der Betrieb nach und nach ab. Besonders im April kann man zeitweise den Eindruck bekommen, dass selbst das Fünf-Sterne-Hotel erstaunlich wenig besucht ist. Nicht verlassen – aber deutlich leerer als während der Wintersaison.

Diese Monate werden auch für Arbeiten genutzt. Und damit kommt man zu einem Punkt, den man bei einer ehrlichen Antwort auf die Frage nach der Ruhe nicht auslassen sollte.

Baustellen – sie gehören dazu

Das Salobre Golf Resort ist rund 30 Jahre alt und wurde von Beginn an auf einem hohen Qualitätsniveau und nach einem klaren Masterplan entwickelt.

Im gesamten Tal gibt es keine Mehrfamilienhäuser oder Apartmentanlagen. Die dichteste Bebauungsform ist das Doppelhaus. Ansonsten bestimmen freistehende Villen, großzügige Grundstücke und die Golfanlagen das Bild. An diesem Konzept wird seit den Anfängen festgehalten.

Vollständig abgeschlossen ist die Entwicklung dennoch nicht. Auf einzelnen Grundstücken entstehen weiterhin neue Villen.

Baustelle mit Kran unmittelbar am Golfplatz im Salobre Golf Resort

Eine solche Baustelle kann auf einem Foto gewaltig wirken. Das Bild mit Kran und schwerem Gerät zeigt das besonders deutlich. Gleichzeitig läuft unmittelbar davor der Golfbetrieb ganz normal weiter.

Das zeigt auch, wie lokal solche Arbeiten sein können. Wer direkt neben einer aktiven Baustelle wohnt, wird sie werktags wahrnehmen. Einige Straßen weiter kann dieselbe Baustelle kaum noch eine Rolle spielen.

Gearbeitet wird üblicherweise tagsüber, teilweise bis gegen 16 Uhr. Für die Wahl einer Villa bedeutet das: Nicht nur Pool, Aussicht und Entfernung zum Golfplatz sind interessant. Auch das unmittelbare Umfeld gehört zur Lage.

Neue Villen zwischen Kakteen und Golfplatz im Salobre Golf Resort

Das zweite Motiv zeigt eine andere Perspektive. Zwischen gewachsener Vegetation und einem längst etablierten Golfplatz entstehen einzelne neue Villen. Salobre wird nicht großflächig neu gebaut, sondern punktuell weiterentwickelt.

Juli bis Ende September – der spanische Sommer

Mit der ersten Juliwoche beginnt häufig die zweite ausgesprochen beständige Wetterphase des Jahres. Sie reicht bis weit in den September hinein.

Gleichzeitig verändert sich das Publikum.

Jetzt kommen spanische Eigentümer und Feriengäste – vom Festland, aus dem Norden Gran Canarias und von anderen Kanarischen Inseln. Viele Villen, die im Winter an Gäste aus Mittel- und Nordeuropa vermietet werden, sind im Sommer von ihren spanischen Eigentümern selbst belegt.

Dadurch entsteht eine zweite Hochsaison. Eine gute Villa zu bekommen, kann im Juli und August ähnlich schwierig sein wie in den gefragten Wintermonaten – nur das Publikum ist ein anderes.

Die Erklärung liegt nahe: Im Winter suchen Europäer auf Gran Canaria Sonne und milde Temperaturen. Im Hochsommer schätzen viele Spanier das ausgeglichene Klima der Insel, während es auf dem Festland und am Mittelmeer erheblich heißer werden kann.

Salobre wird im Sommer also nicht leerer – es wird spanischer.

Damit verändert sich auch die Atmosphäre. Familien und Freunde sitzen länger auf den Terrassen, Kinder spielen, am Wochenende wird gemeinsam gegessen und gefeiert.

Es kommen aber auch jüngere Gruppen für drei oder vier Tage. Gerade größere Villen mit fünf oder sechs Schlafzimmern bieten dafür genügend Platz. Dann kann es an einem Sommerwochenende durchaus einmal sehr lustig und entsprechend hörbar werden.

Das ist kein Widerspruch zum Charakter des Resorts, sondern ein Teil des Sommers. Es bleibt allerdings kontrolliert: Wird eine Gesellschaft am späten Abend zu ausgelassen, sorgt der Sicherheitsdienst dafür, dass die Regeln eingehalten werden.

Salobre ist im Sommer geselliger und gelegentlich auch lauter. Zur Partyadresse wird es deshalb nicht.

Oktober und November – der nächste Wechsel

Nach dem Sommer verändert sich das Bild erneut. Die spanische Ferienzeit läuft aus, die Belegung geht zurück und auch das Wetter wird wechselhafter.

Ab Mitte Oktober kommen nach und nach die ersten europäischen Wintergäste zurück. Im November befinden sich Wetter und Resort noch im Übergang, bevor sich die Bedingungen gegen Ende November und Anfang Dezember häufig wieder stabilisieren.

Dann beginnt erneut jene Zeit mit klarer Luft und angenehmen Temperaturen, die viele Golfer Jahr für Jahr nach Gran Canaria zieht.

Der Jahreskreis schließt sich.

Villen und Golfplatz im Salobre Golf Resort am späten Nachmittag

Absolute Stille gibt es auch in Salobre nicht. Entscheidend ist vielmehr, dass einzelne Geräusche selten zu einer dauerhaften Kulisse werden.

Vielleicht lässt sich Salobre deshalb treffender mit einem anderen Begriff beschreiben:

Es ist kein stiller Ort. Es ist ein zurückgezogener Ort.

Und genau darin liegt die Besonderheit: Selbst wenn das Villenresort gut belegt ist, muss es sich noch lange nicht so anfühlen.