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Villa15.de · Reisejournal Gran Canaria

Ein Tag im Salobre Golf Resort

Wer nur ein paar Tage hier verbringt, sieht Golfplätze, Villen, das Hotel, viel Landschaft. Wer hier länger lebt, beginnt irgendwann etwas anderes wahrzunehmen: den Rhythmus, den dieser Ort im Laufe eines ganz gewöhnlichen Tages entwickelt.

In Salobre beginnt der Tag, sobald das erste Licht über den Golfplatz fällt.

Blick über den Golfplatz und die Villen im Salobre Golf Resort auf Gran Canaria

Der frühe Morgen

Auf Gran Canaria verschieben sich Sonnenaufgang und Tagesbeginn zwischen Sommer und Winter deutlich weniger als in Mitteleuropa. Im Sommer wird es gegen sieben Uhr hell, im Winter etwa eine Stunde später.

Mein eigener Tagesbeginn richtet sich ohnehin weniger nach der Uhr als nach meinem Collie. Im Sommer starten wir meist gegen 7.15 Uhr, im Winter eher gegen acht. Unsere erste Runde führt einmal um den Old Course, ungefähr eine Stunde lang. Kaffee gibt es erst danach.

Um diese Zeit ist Salobre bereits wach, aber noch nicht wirklich in Bewegung. In der Vegetation entlang der Calle Swing, rund um den Golfplatz und in den Complejos verstecken sich ein paar Katzen, die man morgens immer wieder an denselben Stellen entdeckt.

Auch an den Villen erkennt man kleine Veränderungen. Man entwickelt mit der Zeit einen Blick für solche Dinge, wenn man in einem Complejo mit wechselnden Feriengästen lebt. Vor einer Villa steht plötzlich ein anderes Auto. An einer Tür wartet zum ersten Mal der bestellte Brötchenservice. Eine Terrasse, die gestern noch leer war, ist am nächsten Morgen wieder bewohnt. Man weiß dann oft schon, ohne jemanden getroffen zu haben: Hier hat der Urlaub gewechselt.

Mit den neuen Gästen verändert sich auch die Mischung. Deutsche, Briten, Skandinavier, Niederländer, Spanier und viele andere verbringen ihre Ferien nebeneinander – und jeder bringt ein wenig seinen eigenen Tagesrhythmus mit.

Jogger, Hunde und eine kleine Geste

Auf meiner Runde begegnen mir Spaziergänger mit und ohne Hund, und erstaunlich viele Jogger. Schnelle und langsame, ehrgeizige und gemütliche – und gelegentlich welche, denen man ansieht, dass die kanarische Sonne am Vortag überzeugender war als der Sonnenschutz.

Dazwischen kommen vereinzelt Autos entgegen. Handwerker, Gäste, Mitarbeiter, Urlauber, die früh unterwegs sind. Was mir dabei bis heute gefällt, ist eine kleine Selbstverständlichkeit: Man grüßt sich. Manchmal reicht ein kurzes Heben der Hand aus dem Auto, ein Nicken, ein „Buenos días“ durch das offene Fenster. Niemand macht daraus eine große Sache.

Aber gerade diese unkomplizierte Höflichkeit gehört für mich zu Gran Canaria – eine Alltagskultur, die andernorts längst nicht mehr selbstverständlich ist und die ich hier nicht missen möchte. Auch bei den Joggern und Spaziergängern unterscheiden sich die Begrüßungen: Manche bleiben für einen kurzen Satz stehen, andere nicken nur und laufen weiter.

Die Stimmung ist fast immer gut. Das überrascht eigentlich nicht. Viele Menschen, denen man hier morgens begegnet, haben gerade Zeit. Kein Weg ins Büro, keine Schule, kein Berufsverkehr. Für manche sind es zwei oder drei Wochen im Jahr, auf die sie sich lange gefreut haben. Das merkt man einem Ort an.

Die Menschen, die Salobre grün halten

Zu den zuverlässigsten Begegnungen gehören für mich die Gärtnerinnen und Gärtner. Fünf oder sechs von ihnen sehe ich auf meiner Runde praktisch jeden Morgen, während weitere längst über andere Bereiche des weitläufigen Resorts verteilt sind. Die Arbeit beginnt mit dem Tageslicht.

Gärtner mit Golfcart am frühen Morgen auf der Calle Swing im Salobre Golf Resort

Als Gast sieht man vor allem das Ergebnis: gepflegte Grünflächen, geschnittene Pflanzen, Palmen, Blumen und die Vegetation entlang der Straßen und Villenanlagen. Wer hier länger lebt, versteht irgendwann, wie kontinuierlich diese Arbeit sein muss. Auf Gran Canaria wächst die Vegetation zwölf Monate im Jahr. Bei der Größe von Salobre dürfte die Gartenmannschaft im Grunde nie wirklich fertig werden – ist ein Bereich geschafft, kann man an anderer Stelle beinahe wieder von vorne beginnen.

Was mir nach all den Jahren genauso auffällt wie ihre Arbeit, ist die Freundlichkeit. „Hola, señor.“ „Buenos días.“ Manchmal ein kurzer Satz, nichts Spektakuläres. Aber aus solchen kleinen Begegnungen entsteht mit der Zeit Vertrautheit.

Fünfzehn Minuten vor dem ersten Kaffee

Meine Runde endet meistens am Tee 1 des Old Course. Dort steht meine Lieblingsbank. Von hier reicht der Blick Richtung Atlantik, zum Faro de Maspalomas und nach Meloneras. Fast jeden Morgen sitze ich dort ungefähr eine Viertelstunde.

Bank am Tee 1 des Old Course mit Blick über den Golfplatz Richtung Atlantik

Es passiert nichts Besonderes. Man sitzt einfach dort und schaut. Vielleicht ist genau das der Grund, warum daraus über die Jahre eine Gewohnheit geworden ist.

Danach geht es zurück zur Villa. Und dann gibt es endlich Kaffee.

Das Golfkino beginnt

Spätestens am späteren Vormittag verändert sich das Bild auf dem Old Course deutlich. Nun kommen immer mehr Spieler auf den Platz – im Sommer etwas früher, im Winter verschiebt sich der Rhythmus leicht nach hinten.

Von unserer Terrasse aus, mit Blick auf den Golfplatz, bekomme ich dann eine Form der Unterhaltung, die in keiner Ausstattungsbeschreibung auftaucht. Ich nenne es Golfkino. Mit dem zweiten oder dritten Kaffee kann man den Spielern erstaunlich lange zusehen.

Golf hat eine wunderbare Unberechenbarkeit. Morgens weiß eigentlich niemand genau, wie die kommenden Stunden verlaufen werden. Ein sauberer Schlag, ein Ball irgendwo dort, wo er definitiv nicht hin sollte, eine längere Suche – und manchmal genügt die Körpersprache eines Spielers, um zu erkennen, dass das gerade nicht der Plan war. Gelegentlich hört man ein „Fore!“. Ansonsten ist selbst ein gut belegter Golfplatz erstaunlich ruhig. Die elektrischen Golfcarts bewegen sich durch die Landschaft und gehören irgendwann einfach zum Bild.

Man muss selbst kein Golfer sein, um daran seinen Spaß zu haben.

Nicht jede Villa bietet diesen Blick – Lage und Ausrichtung machen innerhalb des Resorts einen erheblichen Unterschied.

Wenn am Mittag wenig passiert

Gegen Mittag zeigt sich eine der Eigenarten von Salobre besonders deutlich. Es gibt keinen klassischen Ortskern, keinen Marktplatz, keine Einkaufsstraße, keine Schule, keine Kirche, um die sich das tägliche Leben sammelt. Und trotzdem sind viele Villen bewohnt, auf dem Golfplatz wird gespielt, im Hotel sind Gäste.

Salobre konzentriert seine Menschen nicht. Es verteilt sie.

Einige spielen Golf, andere liegen am Pool, sitzen auf ihrer Terrasse oder sind längst Richtung Küste oder ins Inselinnere gefahren. Dadurch kann das Resort an einem gut belegten Tag erstaunlich leer wirken.

Und genau das muss man mögen. Es ist kein Ort, der einen ständig beschäftigt. Vielmehr lässt er ziemlich viel Raum dafür, selbst zu entscheiden, was aus dem Tag wird.

Nach der Golfrunde

Irgendwann endet auch die längste Runde. Aber Golf endet nicht zwangsläufig am letzten Loch. Danach sitzt man zusammen, trinkt etwas, bespricht gute Schläge und sehr wahrscheinlich noch ausführlicher die schlechten.

Eine der Möglichkeiten dafür bietet die Terrasse des Salobre Hotel Resort & Serenity. Hoch über Teilen des Golfplatzes hat man dort einen weiten Blick über die Anlage. Wer lieber in seiner Villa bleibt, lässt den Nachmittag genauso gut auf der eigenen Terrasse ausklingen.

Irgendwann verschwinden Golfschuhe und Sportkleidung. Man duscht, richtet sich für den Abend her und bekommt langsam Hunger.

Was machen wir heute Abend?

Auch am Abend muss man Salobre nicht verlassen. Das Salobre Hotel Resort & Serenity bietet verschiedene gastronomische Möglichkeiten, von unkompliziert bis kulinarisch ambitioniert – mit dem Sidecar gibt es dort eine deutlich anspruchsvollere Küche.

Calle Swing mit Golfcart und Salobre Hotel Resort & Serenity

Später füllen sich die Terrassen wieder. Menschen sitzen zusammen, essen, trinken etwas, und je nach Abend gehört auch Live-Musik dazu.

Von Gästen habe ich trotzdem schon gehört: „Mir wäre es dort zu ruhig.“ Das kann ich nachvollziehen. Die gute Nachricht ist: Man muss sich nicht zwischen Ruhe und Leben entscheiden.

Wer einen Abend im Resort verbringen möchte, bleibt dort. Wer Restaurants, Promenade und deutlich mehr Betrieb sucht, fährt nach Maspalomas oder Meloneras – nach etwa 15 bis 20 Minuten befindet man sich in einer vollkommen anderen Urlaubswelt. Diese Vielfalt an der Küste ist umfangreich genug für einen eigenen Beitrag.

Die letzte Runde

Mit dem Sonnenuntergang wird der Golfplatz langsam leer. Die letzten Spieler verschwinden, die Carts werden weniger, und irgendwann gehören die Wege wieder stärker den Spaziergängern.

Für mich kommt dann noch einmal mein Collie ins Spiel. Am Abend gehe ich meist eine kleinere Runde am New Course – neun Löcher reichen jetzt völlig. Die Runde ist deutlich kürzer als morgens um den Old Course, die Temperaturen sind angenehm, und der Golfbetrieb ist für diesen Tag beendet.

Danach geht es zurück zur Villa. Dann ist Feierabend.