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Villa15.de · Reisejournal Gran Canaria

Wenn man merkt: Bald ist wieder ARC

Ich brauche keinen Kalender, um zu merken, dass die ARC näher rückt.

Einige Wochen vorher verändert sich das Bild in den Häfen im Süden von Gran Canaria. In Arguineguín, Pasito Blanco, Puerto de Mogán und draußen vor Anker liegen plötzlich wieder diese Yachten, bei denen man schon auf den ersten Blick merkt: Die sind nicht für zwei Wochen Inselurlaub hier.

Segelyacht vor Puerto de Mogán im Süden von Gran Canaria

Die Boote sind voll. An Deck steht zusätzliche Ausrüstung, Taschen und Vorräte müssen irgendwo untergebracht werden, am Steg wird getragen, verstaut und noch einmal umgeräumt. Manche Crews sind als Paar unterwegs, andere als Familie mit Kindern, wieder andere als Mannschaft. Wenn man solche Boote jedes Jahr sieht, entwickelt man irgendwann einen Blick dafür.

Dann weiß ich: Bald geht es wieder über den Atlantik.

Die Atlantiküberquerung beginnt nicht in Las Palmas

Zumindest nicht für die Menschen an Bord.

Viele haben bereits eine lange Reise hinter sich, wenn sie Gran Canaria erreichen. Sie kommen aus dem Mittelmeer, von den Balearen, aus Frankreich, Italien oder von noch weiter her. Manche waren schon wochenlang unterwegs, bevor die Kanaren überhaupt in Sicht kamen.

Und wer es sich zeitlich leisten kann, fährt nach dieser Anreise nicht direkt nach Las Palmas und wenige Tage später weiter nach Saint Lucia.

Er macht Pause.

Diese Pause gehört für mich inzwischen zur ARC dazu, obwohl sie in keinem offiziellen Programm steht. Die Yacht bleibt erst einmal zwei, drei oder vier Wochen im Süden. Manchmal auch länger. Die Familie geht an den Strand, man sitzt abends beim Essen, erledigt kleinere Arbeiten am Boot, ergänzt Proviant und wartet vielleicht noch auf ein Ersatzteil.

Nach einer langen Etappe wird aus der Reise für eine Weile wieder Urlaub.

Arguineguín, Pasito Blanco und Puerto de Mogán sind dafür keine schlechten Plätze. Sonne, ruhiges Wetter, baden, essen gehen, ein paar Tage nichts organisieren müssen. Wer später mehrere tausend Seemeilen Atlantik vor sich hat, muss nicht schon vorher aus jeder Etappe einen Zeitplan machen.

Der Atlantik kommt früh genug.

Dann geht es nach Las Palmas

Irgendwann werden die Liegeplätze im Süden wieder leerer.

Die Yachten gehen hoch nach Las Palmas. Dort wird aus dem langen Ankommen langsam Aufbruch. Die Boote liegen dichter beieinander, Crews sind unterwegs, es wird noch einmal kontrolliert, verstaut und vorbereitet. ARC-Flaggen tauchen auf, die Stimmung verändert sich.

ARC-Yachten und Crews vor dem Start in Las Palmas de Gran Canaria

Am 22. November 2026 startet die ARC von Las Palmas in Richtung Saint Lucia.

Für mich beginnt diese Geschichte aber nicht an diesem Tag. Sie beginnt Wochen vorher im Süden der Insel, wenn die ersten vollgepackten Yachten auftauchen. Das macht die ARC für mich auf Gran Canaria jedes Jahr so präsent.

Ich sehe die Boote kommen, sehe sie eine Weile bleiben – und irgendwann sind sie weg.

Segelyachten verlassen Las Palmas zur Atlantiküberquerung nach Saint Lucia

Ich schaue auf diese Boote etwas anders

Das hat mit meinem Beruf zu tun.

In Deutschland betreibe ich Radio Offshore ® und beschäftige mich mit SRC, LRC, Seefunk und dem GMDSS. Mein Blick geht deshalb bei solchen Yachten automatisch auch nach oben zu den Antennen und zur Kommunikationsausrüstung.

Eine UKW-Antenne ist schnell erkannt. Interessant wird es für mich bei den Dingen, die erst dann wichtig werden, wenn eine Yacht die Küste hinter sich lässt. Welche Möglichkeiten hat die Crew außerhalb der UKW-Reichweite? Was ist für den Notfall an Bord? Wie läuft die Kommunikation, wenn Gran Canaria längst hinter dem Horizont verschwunden ist?

Das sind Fragen, mit denen ich mich sonst im Unterricht beschäftige. Hier liegen die Boote allerdings direkt vor mir. Mit Familien, Paaren und Crews an Bord, die ein paar Wochen später tatsächlich mitten auf dem Atlantik unterwegs sein werden.

Vielleicht schaue ich deshalb manchmal ein bisschen länger hin als andere.

Aus diesem Blick auf die ARC ist bei Radio Offshore ® ein ausführlicher Fachbeitrag entstanden: ARC 2026 & GMDSS – Sicherheit und Kommunikation auf dem Atlantik .

Und vermutlich werde ich auch im nächsten Herbst wieder irgendwo in Arguineguín, Pasito Blanco oder Puerto de Mogán eine dieser vollgepackten Yachten sehen und sofort wissen:

Es ist wieder so weit.

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