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Villa15.de · Reisejournal Gran Canaria

Muss man Golf spielen, um Salobre zu mögen?

Als ich das Salobre Golf Resort vor rund sieben Jahren zum ersten Mal gesehen habe, war meine Perspektive eindeutig: Ich war Golfspieler – und von diesem Ort sofort begeistert.

Collie auf dem New Course im Salobre Golf Resort auf Gran Canaria

Auch bei meinen späteren Urlauben auf Gran Canaria gehörte Salobre für mich immer wieder dazu. Meine jährliche Flucht in den Süden, Sonne tanken, raus aus dem Alltag und natürlich Golf spielen. Wer selbst Golf spielt, kennt das: Abschlagzeiten, Training und die nächste Runde können einen Urlaubstag ziemlich bestimmen.

Diese Begeisterung war sicher auch einer der Gründe, weshalb ich mich später entschieden habe, hier einen Lebensmittelpunkt zu schaffen.

Heute wohne ich seit rund drei Jahren im Resort.

Und ausgerechnet jetzt spiele ich deutlich weniger Golf als früher.

Ich kann nicht einmal genau erklären, warum.

Die Villa 15 liegt nur rund 200 Meter Luftlinie von der Driving Range entfernt. Ich könnte einen Schläger nehmen, zu Fuß hinübergehen und praktisch jederzeit trainieren.

Ich mache es trotzdem erstaunlich selten.

Vielleicht liegt es gerade daran: Ich könnte jederzeit.

Stattdessen gehe ich morgens häufig mit dem Hund durch das Resort. Ich sehe die Fairways, die Landschaft und das Licht über dem Golfplatz. Irgendwann habe ich angefangen, diese Runde für mich „Golfspielen ohne Schläger“ zu nennen.

Und manchmal reicht mir genau das.

Bei meiner Frau ist es ähnlich. Und mit der Zeit fiel mir auf, dass auch viele Eigentümer in meiner unmittelbaren Umgebung kaum oder überhaupt nicht Golf spielen.

Peter Wörner mit seiner Frau und ihrem Collie im Salobre Golf Resort

Am Anfang hat mich das tatsächlich gewundert.

Was der Name „Golf Resort“ nicht erzählt

Natürlich prägt Golf Salobre. Aber wer den Ort nicht kennt, könnte beim Namen schnell vermuten, dass sich hier fast alles um diesen Sport dreht.

So erlebe ich das Resort heute nicht mehr.

Im Winter sieht man die klassischen Golfgäste: häufig ein Paar oder zwei Paare, die mehrere Wochen hier verbringen. An ihren Golftagen erkenne ich meinen eigenen Rhythmus von früher wieder.

Daneben gibt es Menschen, die hauptsächlich Sonne, Villa und Pool genießen und abends zum Essen fahren. Andere verbinden ihren Aufenthalt inzwischen mit Homeoffice auf der Terrasse und einer Pause im Garten.

Golf muss dabei überhaupt keine Rolle spielen.

Meine persönliche Landesgartenschau

Für mich ist der Golfplatz inzwischen manchmal meine persönliche Landesgartenschau.

Vielleicht ist das eine sehr deutsche Betrachtungsweise. Aber die Anlage wird ganzjährig von zahlreichen Gärtnern gepflegt und befindet sich entsprechend in einem Zustand, den man jeden Tag vor Augen hat.

Old Course im Salobre Golf Resort mit Wasser, Palmen, Villen und kanarischer Landschaft

Man muss darauf nicht spielen, um etwas davon zu haben.

Das Auge kann auf dem Golfplatz spazieren gehen.

Gerade mit einem freien Blick auf diese Landschaft ist das etwas, von dem man auch bei einem längeren Aufenthalt nicht unbedingt genug bekommt.

Vielleicht verstehe ich deshalb heute besser, warum einige meiner Nachbarn ihre Villa hier gekauft haben, obwohl Golf in ihrem eigenen Alltag kaum eine Rolle spielt.

Was man von Salobre nicht erwarten sollte

Salobre ist kein klassischer Ferienort mit Strandpromenade, Geschäften, Restaurants und Unterhaltung direkt vor der Haustür.

Wer morgens aus seiner Unterkunft treten und sofort mitten im touristischen Leben stehen möchte, wird an der Küste wahrscheinlich glücklicher. Für mich ist das kein Vor- oder Nachteil, sondern eine Frage dessen, was man von seinem Urlaub erwartet.

Was sich für mich verändert hat

Vor sieben Jahren hätte ich Salobre wahrscheinlich zuerst über Golf beschrieben.

Heute wohne ich wenige hundert Meter von den Trainingsmöglichkeiten entfernt und gehe morgens manchmal lieber mit dem Hund meine Runde. Der Golfplatz ist immer noch da – und vielleicht ist gerade das Wissen, jederzeit spielen zu können, inzwischen ein Teil des Luxus.

Man kann wegen des Golfs nach Salobre kommen – und irgendwann feststellen, dass man wegen Salobre bleibt.