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Villa15.de · Reisejournal Gran Canaria

Pozo Izquierdo – wo der Wind Weltklasse ist

Ein Küstenort mit kleinen Restaurants, steinigem Strand und erstaunlich wenig klassischem Tourismus. Doch seit Ende der 1980er-Jahre gehört Pozo Izquierdo zur Weltkarte des Windsurfens. Im Juli 2026 traf sich hier bereits zum 38. Mal die internationale Elite. Wer im Sommer kommt, versteht schnell, warum.

Ein paar Straßen führen hinunter zum Atlantik. Weiße und farbige Häuser stehen dicht an der Küste, dazwischen kleine Restaurants, Bars und Surfshops. Keine großen Hotelanlagen, keine Einkaufsmeile, keine herausgeputzte Ferienpromenade.

Und dann steigt man aus dem Auto. Der Wind ist sofort da.

Surfer blickt in Pozo Izquierdo auf den windigen Atlantik mit Windsurfern und Windrädern

Seit Jahrzehnten Weltcup-Revier

Pozo Izquierdo gehört zur Gemeinde Santa Lucía de Tirajana und ist seit Jahrzehnten ein Begriff in der internationalen Windsurfszene.

Seit Ende der 1980er-Jahre ist Pozo Izquierdo Schauplatz internationaler Windsurf-Wettbewerbe. Vom 4. bis 12. Juli 2026 folgte die 38. Ausgabe des Gran Canaria Gloria Windsurf World Cup im Rahmen der PWA World Wave Tour.

2026 gewannen Philip Köster bei den Männern und Daida Moreno bei den Frauen. Gerade der Sieg von Daida Moreno passt zur Geschichte dieses Ortes: Die vielfache Weltmeisterin ist eng mit Pozo Izquierdo verbunden und hat gemeinsam mit ihrer Zwillingsschwester Iballa den internationalen Ruf dieses Windsurf-Reviers über viele Jahre mitgeprägt.

Und noch ein großer Name verbindet mehrere Generationen mit Gran Canaria: Dunkerbeck. Bjørn Dunkerbeck wuchs auf der Insel auf und wurde mit 42 Weltmeistertiteln zu einer der prägenden Persönlichkeiten des Windsurfens. Sein Sohn Liam setzt diese Geschichte fort. Beim PWA-Hauptevent 2026 in Pozo Izquierdo belegte er Rang vier; in der spanischen Wave-Meisterschaft im Rahmen der Veranstaltung wurde er Zweiter.

Starker Wind und anspruchsvolle Wellen haben Pozo Izquierdo zu einem der bekannten Reviere des internationalen Windsurfsports gemacht.

Mehrere Windsurfer fahren bei starkem Wind und hohen Wellen vor Pozo Izquierdo

Im Sommer versteht man warum

Bei meinem Besuch im August wehte der Wind anhaltend kräftig. Trotzdem war er angenehm: warm und bei intensiver Sommersonne eine willkommene Abkühlung.

Auf dem Atlantik schießen Windsurfer über das aufgewühlte Wasser, verschwinden zwischen Gischt und Wellen und tauchen Sekunden später wieder auf. Man muss selbst kein Windsurfer sein, um hier eine ganze Weile zuzuschauen.

Die Surfer gehören dazu

Das Windsurfen ist Teil des Alltags. Jüngere Surfer sitzen in den kleinen Lokalen neben Einwohnern, andere stehen mit ihren Boards an der Küste oder schauen aufs Meer. Diese Mischung wirkt selbstverständlich und ungezwungen.

Pozo Izquierdo erinnert dadurch ein wenig an klassische Surferorte – nur ohne die touristische Inszenierung.

Menschen sitzen vor dem Surfshop POZOWINDS zwischen Surfboards in Pozo Izquierdo

Meer, Wind und ein geschützter Platz zum Baden

Einen klassischen Sandstrand gibt es nicht. Die Küste besteht aus Steinen und dunklem Untergrund. Auf der geschützteren Seite befindet sich ein Badebereich mit Treppen und Geländern. Daneben sitzen Menschen auf der terrassenartigen Anlage in der Sonne und schauen aufs Wasser. Nur wenige Meter weiter beginnt wieder der offene Atlantik.

Geschützter Badebereich mit steiniger Küste und terrassenartigem Zuschauerbereich in Pozo Izquierdo

Kleine Restaurants statt Touristenmeile

Bei meinem Besuch saßen in den Restaurants vor allem Spanier und Einwohner des Ortes, dazwischen Menschen aus der Surfszene. Die Gastronomie hat mich qualitativ überrascht. Gut essen, etwas trinken und unmittelbar am Atlantik sitzen – zu Preisen, bei denen Speisen und Getränke ihren Preis wert sind.

Der Ort war belebt, aber nicht überlaufen.

Menschen sitzen im Schatten mit Blick auf die einfachen Häuser von Pozo Izquierdo

Erstaunlich nah am Süden

Von Maspalomas beträgt die reine Fahrzeit ungefähr 20 Minuten, vom Salobre Golf Resort sollte man rund eine halbe Stunde einplanen. Parkmöglichkeiten waren bei meinem Besuch problemlos zu finden.

Die Entfernung zum touristischen Süden ist klein. Das Lebensgefühl ist ein anderes.

Wer im Sommer für einige Stunden eine andere Seite Gran Canarias erleben möchte, findet sie hier: Meer, kräftiger Passat und ein Küstenort, dessen Alltag eng mit dem Windsurfen verbunden ist.

Einmal im Jahr kommt die Weltelite des Windsurfens nach Pozo Izquierdo. Danach geht das Leben am Atlantik weiter.

Und warum ausgerechnet hier seit Jahrzehnten Weltcups ausgetragen werden, versteht man spätestens beim Aussteigen.