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Golf im Süden von Gran Canaria

Lopesan Meloneras Golf: eine Runde zwischen Atlantik und Pasito Blanco

Der Platz beginnt gepflegt und kontrolliert. Erst später öffnet sich die Landschaft – und aus einer guten Golfrunde wird eine Begegnung mit der Küste.

Manche Golfplätze zeigen sofort, was sie können. Lopesan Meloneras Golf hält sich zunächst zurück. Die ersten Bahnen sind weit, gepflegt und präzise angelegt. Alles wirkt geordnet. Erst nach und nach drängt sich der Atlantik in die Runde: als blauer Streifen zwischen Palmen, später als offene Fläche hinter dem Fairway.

Dieser langsame Übergang ist die eigentliche Stärke des Platzes. Die Landschaft wird nicht inszeniert. Sie erscheint im richtigen Moment. Unterhalb der Spielbahnen liegt Pasito Blanco, klein, weiß und fast abgeschlossen vom lebhafteren Süden Gran Canarias.

Der Atlantik ist hier kein Hintergrund. Er bestimmt, wie sich die zweite Hälfte der Runde anfühlt.

Wenn die Küste ins Spiel kommt

Mit der Nähe zum Meer verändert sich mehr als nur die Aussicht. Der Wind greift stärker in die Schläge ein, das Licht wird härter und Entfernungen lassen sich plötzlich schwerer einschätzen. Ein scheinbar sicherer Ball kann länger stehen bleiben oder weiter getragen werden als erwartet.

Lopesan Meloneras Golf macht daraus kein Spektakel. Der Platz bleibt lesbar. Viele Spielbahnen wirken offen, doch Bunker, Geländeformen und Wind bestrafen jene Schläge, die nur ungefähr geplant sind. Das Ergebnis ist anspruchsvoll, ohne kleinlich zu werden.

Ein Platz für Golfer – nicht nur für Hotelgäste

Resortplätze werden gern über Komfort erklärt. Hier wäre das zu wenig. Der Pflegezustand ist hoch, die Abläufe sind professionell und die Bahnen besitzen genügend Eigenständigkeit, um nicht zur austauschbaren Ferienkulisse zu werden.

Wer sportlich spielen will, findet genug Widerstand. Wer im Urlaub vor allem eine schöne Runde sucht, wird nicht überfordert. Diese Balance ist vermutlich der Grund, weshalb der Platz sehr unterschiedliche Spieler anspricht.

Gehen oder fahren?

Zu Fuß bekommt die Runde mehr Rhythmus. Wege, Höhenunterschiede und die langsame Annäherung an die Küste werden stärker wahrgenommen. Bei Wärme oder kräftigem Wind kann ein Cart dennoch die vernünftigere Wahl sein.

Es ist keine Frage des sportlichen Ehrgeizes. Entscheidend ist, wie viel Aufmerksamkeit am Ende noch für das Spiel übrig bleiben soll. Die Sonne im Süden Gran Canarias wirkt auf dem offenen Gelände oft stärker, als es beim Start erscheint.

Pasito Blanco unterhalb des Fairways

Von oben wirkt der kleine Hafen beinahe wie ein Modell: weiße Häuser, ruhiges Wasser, einige Boote. Pasito Blanco gehört zu den zurückhaltenden Orten des Südens. Keine große Promenade, kein permanenter Besucherstrom, kein Versuch, Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Genau diese Ruhe passt zum Charakter der Küstenbahnen. Die Runde öffnet den Blick auf einen Teil Gran Canarias, der trotz seiner Lage erstaunlich abgeschirmt wirkt.

Was in Erinnerung bleibt

Nach einer Runde werden selten sämtliche Bahnen im Gedächtnis bleiben. Es sind einzelne Bilder: ein Grün vor dem Atlantik, ein Fairway im Seitenwind, Pasito Blanco tief unterhalb der Küste.

Lopesan Meloneras Golf muss nicht behaupten, einer der besonderen Plätze im Süden Gran Canarias zu sein. Spätestens dort, wo das Fairway auf den Horizont zuläuft, erledigt die Landschaft diese Aufgabe.